KÜSTENLIED

„Küstenlied“ von Eva Lirot

In Burg auf Fehmarn rüstet sich alles für den großen Sanges- bzw. Chörewettstreit anlässlich der 820-Jahrfeier der Inselhauptstadt. Chöre aus ganz Deutschland reisen an und der Wettbewerb soll sogar live im TV ausgestrahlt werden. Als Favorit gilt der bekannte Männerchor Frankonia aus Nürnberg.

Singe, wem Musik gegeben

Der auf der Insel nur unter dem Namen bekannte „olle Helmut“ wird bei einem Spaziergang durch Möwen auf etwas am Pier aufmerksam. Was er da sieht, lässt sein Herz stocken. Dort hängt ein Toter. Und wie sich dann herausstellt, ist es einer der Nürnberger Sänger. Will deren Sieg jemand verhindern?

Die junge Inselkommissarin Frieda Lieken will sofort mit dem Ermitteln beginnen. Ihr Chef Heiner Eisler allerdings tut den Toten als Selbstmord ab. Doch dann…

Aber lest am besten selbst.

Frieda Lieken ist in diesem 3. Fall, der auch ohne Vorkenntnisse sehr gut gelesen werden kann, auf der Insel Fehmarn stark im Stress. Ihr Chef Heiner Eisler geht demnächst in den Ruhestand. Soll sie seine Nachfolge übernehmen? Sie ist sich da sehr unsicher, denn ihr Freund Martin meldet sich auf ihre Anrufe oder Nachrichten entweder nur kryptisch oder gar nicht? Geht hier ihre Beziehung gerade kaputt?

Küstenlied – Lieder, Chöre und auch Morde

Und dann der Tote vom Pier, der ihr keine Ruhe lässt. War es wirklich Selbstmord, was sie und auch seine Sangeskollegen sich absolut nicht vorstellen können.

Der Erzählstil von Autorin Eva Lirot ist wie gewohnt locker und flüssig. Sie führt mich leicht in die Geschichte hinein um mich dann mit einigen Fragen erst mal ratlos zurück zu lassen. Mehr als einmal hätte ich Eisler gerne gesagt, dass er seinen Posten endlich freigeben und Frieda ermitteln lassen soll. Über ihn habe ich mich hier richtig aufgeregt. Aber auch Martin hätte ich schütteln können, weil er Frieda so im Regen stehn und alleine lässt. Aber das klärt sich ja dann doch noch auf.

Gedanken habe ich mir von Anfang an über den Mann gemacht, der für einen Halbmarathon im September trainiert und vor irgendetwas oder irgendwem davon zu laufen scheint. Ich überlege, auf wen er einen solchen Hass hat und vor allem warum. Ohne zu wissen um wen es hier geht, wird schnell immer deutlicher, dass er etwas mit dem Tod des Frankonensängers zu tun hat. Eva Lirot lässt mich tief in seine Seele blicken und je mehr ich über ihn erfahre und dann auch sein Motiv kenne, desto mehr tut er mir leid. Was natürlich seine Taten absolut nicht rechtfertigt. Es hat halt immer alles zwei Seiten.

Ein spannender, unterhaltsamer Ostseekrimi, der mich mit seinem Thema wieder richtig gefesselt hat.

Eva Lirot
Küstenlied
Selfpublishing
ISBN 9788373485067

Rezension von
© Gaby Hochrainer, München 2023
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