Zerborsten

„Zerborsten“ von Leonie Haubrich

Streifenpolizistin Bettina Reinhardt ist verzweifelt. Erst stirbt ihr Kollege Andreas bei einem Autounfall. Auf der Heimfahrt von der Pathologie verursacht sie einen Auffahrunfall und lässt sich zuhause volllaufen um am nächsten Morgen festzustellen, dass ihr Mann Christian, der als Fotograf arbeitet, verschwunden ist. Klar, er ist dauernd wegen irgendwelcher Aufträge unterwegs, aber nie ohne sich zu verabschieden. Er ist auch telefonisch nicht mehr erreichbar, bei Freunden oder Bekannten hat er sich auch nicht abgemeldet. Da sie von ihren Polizeikollegen keine Hilfe bei der Suche nach ihm zu erwarten hat, macht sie sich selbst auf. Ein Tracker, der an Christians Schlüsselbund befestigt ist, führt sie in die Schweiz, in die Nähe des kleinen Bergdorfes Nicolaoried. Bei den wenigen Bewohnern des kleinen Ortes scheint sie nicht willkommen zu sein. Was sich nicht ändert, als sie bei der Suche nach dem Tracker auf eine Leiche stößt. Nicht auf Christian…

„Zerborsten“: Wenn nichts ist, wie es scheint …

Autorin Leonie Haubrich hat mich mit diesem Alpenthriller „Zerborsten“ ab der ersten Seite gefangen genommen und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Ich habe mitgerätselt, hatte immer wieder jemand anderen in Verdacht, wurde auf falsche Fährten gelockt, musste mit verschiedenen Wendung klar kommen und der Schluss hat mich absolut überrascht. Mit dieser Auflösung hatte ich so nie gerechnet. Mit dem Untertitel „Du. Weisst. Nichts.“ hat die Autorin also absolut recht.

Durch verschiedene Rückblenden lerne ich Bettina noch näher kennen. Und auch ein anderer Beteiligter meldet sich zu Wort. Gut unterscheiden kann ich die verschiedenen Erzählstränge durch kleine Symbole, die nach der Datumsanzeige angebracht sind.

Durch den eingängigen, emotionalen und sehr bildhaften Erzählstil kann ich mir zum einen die sehr unterschiedlichen Menschen, mit denen ich es hier zu tun bekomme, sehr gut vorstellen. Wobei mir nicht alle sympathisch sind. Zum anderen habe ich beim Lesen die schroffe, raue Landschaft in den Schweizer Bergen und die Umgebung des kleinen Bergdorfes direkt vor Augen.

„Zerborsten“ ist ein spannender, aufreibender Alpenthriller mit einer nachvollziehbaren Geschichte in einer unwirtlichen Gegend mit Kälte, Regen und Schnee, die mir einige dramatische, sehr unterhaltsame Lesestunden beschert hat.

Leonie Haubrich
Zerborsten
epubli
ISBN 9783756517442

Rezension von
© Gaby Hochrainer, München 2022
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