„Dann gehen wir heim“ von Julia Adamek

Dann gehen wir heim

Julia Adamek und ihre Geschichte: Nachdem ihn seine Freundin Linda verlassen hat und er keine Inspiration für sein neues Buch findet, verkriecht sich Autor Nick bei seinen Eltern Lena und Ernst in dem kleinen Dorf Lohfeld am Rande des Nationalparks Bayerischer Wald. Doch mit Entspannung wird erst mal nichts, da Anton, sein Freund aus Kinder- und Jugendtagen immer mehr in seine Parallelwelt eintaucht. Auch Gregor, Kathrin und Lisabeth, die mit ihm zusammen „auf dem Berg“ aufgewachsen sind, scheinen Geheimnisse zu haben. Alles spitzt sich zu, bis es fast zu einer Katastrophe kommt …

Mein bisheriges Lesehighlight in 2021

Julia Adamek hat mich mit ihrem Buch voll gepackt. Es passiert so irre viel, aber alles solche Kleinigkeiten bzw. in solch kleinen Dosen, dass man achtgeben muss, dass man nichts verpasst oder übersieht. Ich hatte auch ganz lange Zeit immer wieder den Eindruck, dass noch mehr kommen muss. Das kam dann auch nach und nach. Und zwar in den Enthüllungen von verschiedenen Geheimnissen, die die Menschen dort zum Teil seit Jahrzehnten mit sich herum tragen, ohne an die Auswirkungen zu denken. Damit haben weder Nick noch ich gerechnet.

In die einzelnen Personen kann ich mich recht gut hinein fühlen, da sie einfache Menschen sind, wie Du und ich mit Ecken und Kanten, unerfüllten Wünschen, Hoffnungen und Träumen. Menschen, bis auf einige wenige, die ihren kleinen Heimatort nie verlassen haben. Der Einzige, der mir immer ein bisserl fremd geblieben ist, ist Anton. Obwohl ich ihn gerade wegen seiner Andersartigkeit mag, was allerdings auch sehr anstrengend ist. Bis ich dann erfahren habe, warum er so ist wie er ist. Das hat mich doch tief getroffen und zum Nachdenken gebracht.

die Welt in Lohberg durch die Augen von Nick

Ich sehe die Welt in Lohberg durch die Augen von Nick, den ich sofort mag. Mit ihm bin ich unterwegs und lausche den Geschichten aus der Vergangenheit. Vieles scheint ganz banal, manches etwas mystisch, magisch, gruselig oder einfach unerklärlich. Aber das macht auch den Reiz aus. Bei einigen Bildern, die beim Lesen in meinem Kopf entstehen, graust´s mir direkt. Und trotzdem kann ich nicht aufhören zu lesen und war enttäuscht, als ich das Buch zugeschlagen habe. Ich hätte noch ewig in Lohberg bleiben können. Wie als Kind in Bullerbü, mit dem die Autorin den Ort auch vergleicht. Es passiert eigentlich nichts und doch sooo viel.

Dazu habe ich mir, wie von Julia Adamek empfohlen, das Album „Citizen of Glass“ von Agnes Obel angehört. Es passt perfekt.

Ein Buch, das mich ab der ersten Seite gefesselt hat. Das superspannend ist und mich sehr nachdenklich gemacht hat. In einem Sprachstil, der mich berührt und nicht mehr los lässt.

Mein bisheriges Lesehighlight in diesem Jahr.

Julia Adamek
Dann gehen wir heim
Selfpublishing
ISBN 9788615679742

© Gaby Hochrainer, München 2021
Der Beitrag enthält Affiliate-Verknüpfungen.
Bücher, die gefallen