Ellen Fries´ Leben läuft gerade nicht geradeaus. Sie hat sich räumlich von ihrem Freund Herbert getrennt, der mal sie mal wieder durch eine Affäre hat. Diesmal ist es vielleicht sogar mehr. Die Anrufe eines alten Mannes, der behauptet ihr leiblicher Großvater zu sein, setzen ihr zu. Er kennt nicht nur ihren Namen, sondern auch ihr Geburtsdatum. Und dann erfährt sie auch noch, dass sie nach dem Freitod ihrer Mutter von den beiden Menschen, die für sie Jahrzehnte lang ihre Eltern waren, adoptiert wurde. Eine Welt bricht für sie zusammen. Natürlich will sie mehr über ihre Mutter und deren Tod erfahren. War es wirklich Selbstmord? Oder ein Unfall? Oder sogar Mord?
Ein Blick in die Vergangenheit – Die Totenkünstlerin
Dann lernt sie Tobias kennen, einen Flötisten, der sich als Straßenmusikant sein Geld verdient. Er gibt ihr wieder ein wenig Halt und Selbstwertgefühl. Zusammen mieten sie sich in einem Haus ein, das Ellen wage bekannt vorkommt. Kommt sie hier dem Geheimnis ihrer Mutter näher?
In Rückblicken lerne ich auch die „Totenkünstlerin“ mit ihren Aktionen kennen. In der Annahme, mit ihren Bildern vor der ganz großen Karriere zu stehen, kennt sie keine Grenzen. Das Lesen ihrer Gedanken ist Gänsehaut pur.
Leonie Haubrich hat mich auch mit diesem Thriller, der sich erst ganz zum Schluss auflöst, total überzeugt. Sie versteht es, mich mit ganz leisen Emotionen, Gefühlen und geschickt verpackten Worten sofort in die Geschichte hineinzuziehen. Dieser Sog hat mich auch diesmal das Buch nicht aus der Hand legen lassen.
Da ich eher ein Thrillerfan der leisen Töne bin, finde ich es toll, dass die Autorin auch hier wieder ohne blutige Szenen und Gemetzel auskommt. Trotzdem ist die Spannung ab der ersten Seite da. Vor allem bei Ellen bin ich mir manchmal nicht sicher, ob hier alles real zugeht oder ob sie sich manche Dinge nur einbildet.
Mit Ellen bin ich nicht sofort warm geworden. Es hat seine Zeit gedauert, bis ich sie ins Herz geschlossen habe. Genau so ging es mir auch mit Tobias. Und bei der Totenkünstlerin war ich mir bis kurz vor Schluss nicht im Klaren, wer sie ist und wie gefährlich sie Ellen werden könnte.
Ich war auch bei der Totenkünstlerin wieder gefesselt, habe mit Ellen gelitten, versucht hinter das schreckliche Geheimnis zu kommen und die wirklich gute Unterhaltung genossen.
| Leonie Haubrich Die Totenkünstlerin Selfpublishing ISBN 9781688169180 |
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Rezension von
© Gaby Hochrainer, München 2019
Was es sonst noch gibt: Bücher, die gefallen
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