Hera Lind – Vergib uns unsere Schuld

Von Hera Lind habe ich in den letzten Jahren immer wieder auch autobiographische Geschichten kennengelernt. So war ich sehr gespannt auf diesen neuen Roman. Und ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil, ich habe es genossen, dieses Buch zu lesen. Doch worum geht es:

Carina, ihr Mann Manfred ist nach langem Leiden seiner Krankheit erlegen, versucht in der DDR in der katholischen Kirche wieder Fuß zu fassen. Bei der Suche nach einem einfachen Holzkreuz lernt sie Pater Raphael von Ahrenberg kennen. Beide verstehen sich von Anfang an wie Freunde, die sich schon seit langem kennen. Dass daraus Liebe wird, hat keiner der Beiden voraussehen können und auch nicht gewollt. Aber nun ist sie da und möchte auch gelebt werden …

Eine ganz aussergewöhnliche Geschichte einer starken Frau!

Was ich bei solchen Geschichten immer wieder bemerke: Wenn sie auf wahren Begebenheiten oder Tatsachen beruhen, nehmen sie mich noch viel mehr gefangen.

Und genau so ist es hier. Von Anfang an habe ich mit Carina gehofft, gebangt, mich gefreut und immer vor Augen behalten, welchen Überwindungen, Schwierigkeiten und Hindernissen die Beiden aus dem Weg gehen mussten. Aber auch, wie ihrer Liebe niemand etwas anhaben konnte.

Aus jeder Zeile spüre ich die Verzweiflung und die Zerrissenheit von Carina. Sie will etwa, das nicht sein darf und sie weiß es auch. Aber ich bewundere diese Frau, die allen Widrigkeiten zum Trotz ihr Schicksal in die Hand genommen und sich ihre Liebe nicht hat ausreden lassen.

Genau so zerrissen und voller Zweifel erlebe ich Raphael. Ich bewundere seinen Mut, sich diesen ganzen Hindernissen, auch seiner eigenen Überzeugung zu stellen und seinen eigenen Weg zu gehen.

Aber auch die Kinder tun mir leid. Haben sie sich gerade an einen neuen Mann im Leben ihrer Mutter gewöhnt, soll es das auch schon wieder gewesen sein.

Sehr gut gefallen haben mir auch das Nachwort der Protagonistin und der Autorin.

Eine ganz aussergewöhnliche Geschichte, so voller Gefühle, die mich sehr stark berührt hat und die noch lange in mir nachwirken wird.

Hera Lind
Vergib uns unsere Schuld
DIANA, München
ISBN 9783453292246

© Gaby Hochrainer, München 2020
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