The Dark Hours

»The Dark Hours« von Michael Connelly

Gerade habe ich »The Dark Hours“ von Michael Connelly im Original gelesen. Er ist im November erschienen. Dieser Roman gehört in die Ballard-und-Bosch Reihe. Renée Ballard arbeitet im Nachtdienst. Sie war mal hierher strafversetzt worden. Mittlerweile möchte sie zu keiner anderen Tageszeit arbeiten.

»The Dark Hours« – der neueste Thriller von Michael Connelly

In einem Stadtteil Hollywoods gibt es Vergewaltigungen. Der Täter wird als Midnight Man bezeichnet, weil er bislang immer gegen Mitternacht seine Taten vollführte. Ballard sitzt mit einer Kollegin von der Sitte im Dienstwagen, um die Straßen zu beobachten. Sie warten auf den Midnight Man.

Doch dann werden sie per Funk zu einem Tötungsdelikt in der Nähe gerufen. Das wäre endlich ein richtiger Fall für Ballard, als immer nur observieren und dergleichen. Schade nur, dass sie diesen wie alle anderen Fälle üblicherweise bei Schichtende am frühen Morgen an die Mordkommission abgeben muss. Aber was heißt das schon bei Renée Ballard?

Erneut arbeitet die Protagonistin mit dem pensionierten („dem ältesten noch lebenden“) Detective Harry Bosch zusammen.

Alles beginnt zum Jahreswechsel

The Dark Hours
The Dark Hours

Dieser Roman im beginnt wie alle Ballard-Romane an Silvester. Es ist unverkennbar Silvester 2020. Geschickt hat Michael Connelly die Corona-Pandemie eingebunden, ohne daraus einen Corona-Roman zu machen. Aber hin und wieder setzen sich die Ermittler die Masken auf und ab und Ballard sorgt dafür, dass Bosch sich endlich impfen lässt. Corona passiert hier wie im echten Leben so nebenbei.

Eben so nebenbei passiert der Sturm auf das Capitol am 6. Januar 2021. Beides zusammen sorgt für die Realität in diesem Roman. Wenn ein fiktiver Roman dafür sorgen soll, dass sich alles anfühlt, als könnte es tatsächlich so passiert sein, dann hat Michael Connelly das hiermit jedenfalls geschafft.

Über die Spannung in diesem Thriller muss ich nicht viel schreiben. Sie gibt es auf den verschiedenen Ebenen. Der persönliche Bereich als auch das Verhältnis zu den Kollegen und Chefs lassen viele Konflikte aufkommen, ganz abgesehen von den beiden Kriminalfällen, in denen ermittelt wird.

Die Figur der Renée Ballard hat Michael Connelly konsequenterweise weiterentwickelt. Ballard ist „erwachsen“ geworden. Nicht nur, dass sie jetzt in einer Wohnung statt eines Zeltes am Strand wohnt. Ihr Bauchgefühl als Detective ist wesentlich plausibler und nicht mehr nur ein Ergebnis des Zufalls. Ihr Verhältnis zu ihren Freund und Kollegen Harry Bosch ist weit mehr professioneller, viel weniger ähnelt es noch einem Vater-Tochter-Verhältnis wie zu Beginn der Reihe.

»The Dark Hours« macht unheimlich Spaß. Deutsche Leser dürfen darauf gespannt sein, falls er in übersetzter Fassung erscheinen sollte. Ich selber bin von den verschiedenen Protagonisten Michael Cornnellys hin- und hergerissen, was die Bestimmung eines Favoriten anging. Würde nun aber sagen, dass das Pendel zugunsten von Ballard und Bosch ausschlagen würde.

Michael Connelly bietet in »The Dark Hours« dann etwa 60 bis 50 Seiten vor dem Ende einen fulminanten Showdown, der kaum irgendwelche Wünsche übrig lässt. Außerdem macht er neugierig auf den nächsten Teil dieser Reihe, der im November 2022 erscheinen soll und bei dem Harry Bosch die führende Rolle übernimmt.

Michael Connelly
The Dark Hours
Orion
ISBN 9781409186168

Rezension von:
© Detlef Knut, Düsseldorf 2021
Der Beitrag enthält Affiliate-Verknüpfungen.
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