„Syltwind“ von Sibylle Narberhaus

Syltwind

Da ich in diesem Jahr nicht auf die Insel meiner Sehnsucht – Sylt – reisen kann, wollte ich es zumindest mit diesem Buch tun. Und Sibylle Narberhaus hat mich auch mit ihrer vierten Geschichte um die Landschaftsarchitektin Anna Bergmann nicht enttäuscht.

Für mich ist „Syltwind“ die bisher beste Geschichte um Anna Bergmann

Und darum geht es diesmal: Anna Bergmann hat inzwischen hat ihren Nick geheiratet. Sie genießt gerade das schöne Wetter und will den Segelkurs machen, den ihr ihre Eltern zum Geburtstag geschenkt haben. Ihr kleiner Sohn ist mit ihren Eltern im Urlaub auf der Nachbarinsel Amrum. Gerade als Segellehrer Bastian seine neuen Schüler mit den Sicherheitsbestimmungen auf dem Gelände rund um den Hafen von Hörnu m bekannt machen will, entdeckt Anna etwas im Wasser. Eine Leiche. Sofort kommen ihr Mann Nick und der 2. Polizist der Insel Uwe Wilmsen zum Einsatz.

Durch Annas gute Beobachtungsgabe ist die Identität des Toten schnell geklärt.

Außerdem gibt es noch den Einbruch in einen Material-Container für den bald stattfindenden Kitesurf-Cup aufzuklären.

Die kriminelle Lage spitzt sich weiter zu, als es beim Kitesurf-Cup zu einem Unfall kommt. Gleichzeitig erschießt sich eine Frau in einem Auto mit ihrer eigenen Waffe auf einem Parkplatz der „Sansibar“. Was zuerst wie ein Suizid aussieht, stellt sich aber schnell als Mord heraus. Und auch der Kite Unfall war nicht das wonach es aussah. Nick und Uwe haben viel zu tun, natürlich nicht ohne die unfreiwillige Unterstützung von Anna.

Dies alles und noch einiges mehr hat Sibylle Narberhaus wieder sehr gut unter einen Hut gebracht und in dieser Geschichte verarbeitet. Auch diesmal ist Anna nicht als „Detektivin“ oder „Privatermittlerin“ dabei, sondern stolpert immer wieder über die ein oder andere Information. Sie belauscht ein Gespräch, was schlussendlich zur Auflösung eines sehr verzwickten Falles führt. Denn irgendwie hängt hier alles zusammen. Auch, dass es immer wieder kleine persönliche Einspielungen gibt, gefällt mir sehr gut.

Ich kann mir wunderbar die beschriebenen Orte und Plätze auf der Insel, von denen mir einige sofort bekannt vorkamen, sehr gut vorstellen. Den Wind spüre ich, das Salz des Meeres auf meinen Lippen und höre die Wellen rauschen. Ich bin durch den farbigen und detailgetreuen Erzählstil gleich mittendrin in Westerland und auf meiner Lieblingsinsel angekommen.

Spannung ab der ersten Seite

Ich genieße die Spannung ab der ersten Seite, den Bogen, der sich dauerhaft bis zum Schluss aufbaut und sich ganz weit oben hält. Am Schluss wird alles nachvollziehbar aufgedröselt. Die losen Enden fügen sich zusammen und ich stelle mir vor, wie Anna und Nick ihren letzten Abend mit einem sensationellen Sonnenuntergang genießen.

Damit ich auch immer weiß, wo ich mich als Leser gerade aufhalte, bekomme ich am Ende noch eine Karte von Sylt, wo alle Orte der Insel eingezeichnet sind.

Auch diesmal hat mich die Autorin sehr gut unterhalten. Sie hat mich miträtseln und mit ermitteln lassen. Sie führte mich auf Spuren in die Irre und überraschte mich wieder mit der Auflösung. Aber so soll es ja auch sein. Genau das erwarte ich von einem guten Krimi, um von mir die volle Punktzahl von 5 Sternen und eine Leseempfehlung zu bekommen.

Sibylle Narberhaus
Syltwind
Gmeiner
ISBN 9783839227572

© Gaby Hochrainer, München 2020
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