Yasemins Kiosk – Eine bunte Tüte voller Lügen von Christiane Antons (Band 2)

Yasemins Kiosk

Yasemin, die Kioskbesitzerin, ist inzwischen Mama geworden. Nina, ist nach wie vor nicht wieder im Polizeidienst und Doro, die alte Dame mit viel Herz und Verstand, die traut sich zwar immer noch nicht auf die Straße, hilft aber im Kiosk mit aus, was ein großer Fortschritt ist.

Eine bunte Tüte voller Lügen

Yasemin selbst steht derzeit nicht hinterm Tresen, denn sie konzentriert sich voll und ganz auf ihre Tochter, meint alles perfekt machen zu müssen, weil sie auch den Vater ersetzen muss und entwickelt sich dadurch eher zu einer Glucke, die Nina und Doro damit so ab und an auch auf die Nerven geht.

Da kommt die Abwechslung nur gelegen, als Erika in den Kiosk kommt und den beiden erzählt, dass jemand mit einer üblen Rufmordkampagne versucht, ihrem Neffen Pascal das Leben zur Hölle zu machen und dadurch die Existenzen seines Feinkostladens und Catering-Services auf dem Spiel stehen. Erika bittet die drei um Hilfe, sie mögen sich doch noch einmal als Detektivinnen zusammentun und dem Drama ein Ende bereiten. Doro und Nina sind nicht abgeneigt, nur heißt es jetzt, Yasemin mit ins Boot zu nehmen und das ist im Moment eher schwer. Doch sie können Yasemin überzeugen, dass ein wenig Abwechslung gut tut, Spaß macht und man Erika helfen kann.

Die drei machen sich also an die Arbeit, den Strippenzieher aufzuspüren und dem Rufmord ein Ende zu bereiten.


Bielefeld ist die Stadt, in der die Handlung spielt. Einheimische werden ihre wahre Freude haben. Aber auch Ortsfremde können der Geschichte natürlich folgen und die Örtlichkeiten vor ihrem geistigen Auge sehen.

Locker, flockig, rasant, witzig und oft flapsig, so kommt die Handlung des zweiten Teils um die Kiosk-Reihe daher. Es macht Spaß, die drei Freundinnen zu begleiten und Teil ihrer Ermittlungen und Recherchen zu sein. Man schließt sie ins Herz, die drei ungleichen Frauen. Wobei mir persönlich Yasemin oft doch beinahe auf die Nerven ging. Ihr Charakter war mir schon fast zu überzogen. Nina mit ihrer oft fast schroffen und kühlen Art ist mir da schon lieber. Aber meine Favoritin ist eindeutig Doro, die Älteste im Bunde, die mit viel Einsatz, Grips und dennoch Ruhe und Bedachtsamkeit agiert.

Es gibt auch Handlungssprünge hinüber zum „bösen Part“ des Romans, die mir sehr gut gefallen haben. Der Leser ist hier Zuschauer, wenn jemand, der offensichtlich Rache sucht, seine Boshaftigkeiten auslebt.
Normalerweise ist es ja eher so, dass es in heftigen Thrillern immer Szenen gibt, die den Leser zur Ruhe kommen lassen sollen. Momente, die kurz Zeit zum Durchatmen geben. Hier ist es genau umgekehrt. Bei soviel „Frauenpower“ habe ich es wirklich genossen, diese dunklen Szenen zu lesen.

Der Krimi ist trotz allem Witz und Humor in einem guten Stil geschrieben. Für mich ist es aber dennoch ein Frauenroman, halt als Krimi verpackt. Eine leichte Urlaubslektüre, die schnell und leicht lesbar ist, ablenkt und ein bisschen zum miträtseln einlädt.

Ich habe im Zusammenhang zu diesem Buch bei einem anderen Blogger den Begriff „Cosy-Crime“ aufgeschnappt. Mir stellen sich die Nackenhaare hoch, wenn ich im Zusammenhang von deutscher Literatur mit immer mehr englischen Begriffen bombardiert werde. Ich finde es schade, dass Umschreibungen nicht mehr durch die deutsche Sprache ausgedrückt werden, nur weil es „in“ ist, alles zu verenglischen. Nun, Wikipedia erklärt Cosy-Crimi als „Kuschelkrimi“, ja, dass passt.

Fazit: Leichte, lockere Lektüre, die von drei Protagonistinnen lebt, die sich prima ergänzen. Die düsteren Szenen sorgen für Spannung und Abwechslung.

Christiane Antons
Yasemins Kiosk – Eine bunte Tüte voller Lügen
Grafit, Köln
ISBN 9783894256777

© Marion Brunner – Buchwelten, 2020
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