G. Siema – Pechmarie


Ausrutschen auf der Butterseite des Lebens.
Marie in drei Geschichten – einmal Kleinkind, einmal Schulmädchen und einmal als Erwachsene – aber immer im Pech. Drei Geschichten, die man als alleinstehend lesen kann, die aber auch als zusammengehörig gelesen werden können. Für Marie wiederholt sich einfach alles wieder.
G. Siema nimmt mich mit in eine Geschichte voller Gewalt im häuslichen Bereich. Die Leidtragende ist Marie. Sie ist der Wut, der Gefühlskälte und der Grausamkeit ihrer Mutter ausgesetzt, muss sich mit der Gleichgültigkeit und der Feigheit des Vaters abfinden. Sie verkriecht sich bei ihrer Freundin Elfi, der es kaum anders geht, wie ihr, oder in ihren Zeichnungen, die vor Einsamkeit und Verzweiflung triefen. Durch ihre Gedanken lässt mich Marie noch näher bei sich sein und ich blicke in ihre geschundene Seele.
Es macht mich sprachlos, traurig, fassungslos und unsagbar wütend, wenn ich mir vorstelle, was hier mit einem Menschen geschieht. Einem Menschen, der sich nicht wehren kann. Der sich im Haus seiner Eltern geborgen fühlen sollte. Für mich einfach unfassbar und unvorstellbar.
Mit ihrem eingängigen, leicht zu lesenden Schreibstil macht es mir die Autorin leicht in die Geschichte einzutauchen. Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Keine leichte Kost. Eher ein Buch, das zum Nachdenken und zum Reflektieren einlädt. Das aber auf alle Fälle von Vielen gelesen werden sollte.

G. Siema
Pechmarie
epubli
ISBN 9783746767451

Der Beitrag enthält Affiliate-Verknüpfungen.
© Gaby Hochrainer, München 2019