Dave Robicheaux, James Lee Burkes legendärer Detektiv, kehrt mit »The Hadacol Boogie«, dem 25. Roman dieser Reihe, zurück, um den Tod einer unbekannten Frau zu untersuchen, und gerät dabei in einen Strudel aus Korruption und Gewalt im Sumpfgebiet von Louisiana. Ich habe mich gefreut, ein Leseexemplar vom Management des Autors und dessen Verlag zur Verfügung gestellt zu bekommen. Vielen Dank!
»The Hadacol Boogie« – Tanzen ist ein Drahtseilakt
Die tote Frau wurde direkt auf dem Anwesen von Dave gefunden. Hätten Kinder keine Feuerwerksrakete auf das Gelände geschossen, wäre die Leiche gar nicht so schnell aufgefallen. Ein vermummter, entstellter Mann hatte diese tote Frau in einem Müllsack auf Dave Robicheaux‘ Grundstück zurückgelassen. Dave ist sich ziemlich sicher, dass sich seine Welt und die seiner Familie bald verändern wird.
Gemeinsam mit Valerie Benoit, einer jungen Ermittlerin beim Iberia Parish Sheriff’s Department, die mit den Herausforderungen von Sexismus und Rassismus am Arbeitsplatz konfrontiert ist, und dem unberechenbaren, jedoch äußerst treuen Clete Purcel, begibt sich Dave auf eine Untersuchung, die ihn an die gefährlichsten Orte seiner Karriere führt und das Leben von Valerie und Daves Tochter Alafair in Gefahr bringt.
Bei seinen Ermittlungen stößt er auf einen örtlichen Handwerker namens Boone Hendrix, der rätselhafte Nachrichten hinterlässt und vor den spukenden Geistern am Bayou warnt. Dieser Mann ist allein wegen seines Verhaltens angsteinflößend. Er lässt sich nicht davon abbringen, bei Dave das Dach zu reparieren, wie der ihm auch nicht einreden kann, ihn doch bitte mit „Dave“ anzusprechen statt mit „Mr. Robicheaux“. Das macht Dave mehrmals, bis er schließlich genervt aufgibt. Aber die Warnungen, die Hendrix ausspricht, so visionär sie auch sein mögen, scheinen wahr zu werden.
Plötzlich hat Dave nicht nur einen skrupellosen Auftragskiller aus New Orleans, sondern auch finstere Gangster aus dem Norden an seiner Ferse! Und ein alter Freund und Vietnamkriegsveteran wie Dave, der durchaus Beziehungen zur italinienes Mafia haben mag, stellt sich den Ermittlungen in die Quere.
Voneinander unabhängige Romane dieser Reihe
In der fesselnden Prosa von James Lee Burke taucht man in die raue Welt des Louisiana um die Jahrhundertwende ein. Mit einer Bande interessanter Charaktere entführt uns „The Hadacol Boogie“ in eine Welt voller Gewalt und Abenteuer. Dave Robicheaux zeigt uns, wie wild entschlossen er ist, dem Bösen gegenüberzutreten – sei es in der Vergangenheit oder Gegenwart.
James Lee Burke hat diese Romanreihe nie chronologisch geschrieben. Deshalb müssen sich Leser nicht wundern, wenn in einem sehr neuen Roman wie »The Hadacol Boogie« vielleicht Figuren auftauchen, die zuvor in einem anderen Roman schon getötet oder an einen anderen Ort versetzt wurden. Dafür werden die Figuren in jedem Roman so ausführlich vorgestellt, dass man sie in diesem Roman so kennenlernt, wie es für die Dramarturgie notwendig ist. So blickt man auch in diesem Roman tief in die Biografien und Gefühle der Figuren, ohne irgendeinen anderen Roman dieser Reihe kennen zu müssen. Dennoch ist es auch immer wieder schön, die bekannten Eigenschaften nochmals bestätigt zu bekommen, schließlich habe ich sicher die Hälfte dieser Romanreihe gelesen.
Aber nicht nur das Figurenensemble wird umfangreich beschrieben. Gleich im ersten Kapitel erfahren wir etwas über die Geschichte Louisianas, über die Sklavenherrschaft und die Ausbeutung der Menschen, ebenso werden die Leser mit einer Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl konfrontiert.
In ihren Detektivabenteuern drehen Dave und Clete manchmal Schallplatten mit Folk, Country, Blues oder Jazz auf. Sie ist ein wesentlicher Baustein der Dramarturgie. Diese Musik weckt ihre kreativen Säfte und bringt sie durchaus manchmal auf die Spur der Gauner!
James Lee Burke lässt auch in »The Hadacol Boogie« seine Leser erneut tief in die Gedanken- und Gefühlswelt seiner Protagonisten eintauchen. Neben vielen turbulenten und aktionsreichen Szenen gibt es viele besinnliche Momente, in denen Dave z.B. die Geister aus der Vergangenheit zu bekämpfen versucht. Diese Geister stammen nicht selten aus Vietnam, wo er als Soldat den Tod von unschuldigen Frauen und Kindern miterleben musste. Die Dämonen aus dieser Zeit bäumen sich immer wieder in ihm auf und er versucht sich dageben zu wehren. Mit seinem persönlichen Sieg über seine Alkoholsucht, die in »The Hadacol Boogie« nun schon einge Jahre zurück liegt, hat er bereits einen Teil dieser Dämonen verbannt.
Die Menschen stehen auch in »The Hadacol Boogie« im Vordergrund. Wir erleben wieder den aufbrausenden Clete, der zwar immer nur gegen das Böse kämpfen will, aber mit so mancher Methode doch etwas daneben liegt und zu schnell draufhaut. Wir erleben auch die Chefin Helen Soileau, die trotz aller Zweifel an ihren Leuten und Freunden über deren Methoden und Verhalten ein ums andere Mal deren Rücken stärkt. Und schließlich erleben wir Dave, wie er beiläufig Gefühle für seine neue Kollegin entwickelt, obwohl er eigentlich ihr Vater hätte sein können. Schließlich war sie mit seiner Tochter in derselben Schauspielgruppe.
Dies alles mitzuerleben, ist fantastisch. Ich liebe die Romane mit Dave Robicheaux und seinen Freunden und mir bleibt gar nichts anderes übrig, als auch »The Hadacol Boogie« zu empfehlen. Ich hoffe, dass auch dieser Roman demnächst auf Deutsch bei Pendragon erscheinen wird.
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James Lee Burke
The Hadacol Boogie
Orion/ Atlantic
ISBN: 9781398729100
Rezension von:
© Detlef Knut, Düsseldorf 2026
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