Adelsspross (Die Erste Tochter)

«Die erste Tochter (Adelsspross)» von Katharina Maier

Katharina Maier entführt ihre Leser mit »Die erste Tochter (Adelsspross)« in eine Welt fernab unserer Vorstellungskraft. Auf einem fremden Planeten, geprägt von beeindruckender Hochtechnologie und durchzogen von patriarchalen Machtstrukturen, erleben wir die fesselnde Geschichte von Mynrichwy Neoly.

Adelsspross – ein Zukunftsepos

Mynrichwy die ich im folgenden Myn nennen werde, wächst in einer liebevollen und für die Verhältnisse auf ihrem Heimatplaneten sehr liberalen Familie auf. Ihr Vater Eftnek Neoly, der Erbe einer angesehenen Adelsfamilie, ist ein gefeierter Künstler, der sich mehr von seiner Frau Lys beeinflussen lässt, als es sich in der patriarchalen Gesellschaft geziemt. Ihren Brüdern Mudmal und besonders dem älteren Vairryn, der sie heimlich unterrichtet, ist sie voller Liebe verbunden.

Myns Leben ist unbeschwert, bis Asnuor zum Oberpriester gewählt wird, er bestreitet die Lehre, dass die Göttin Lchnadra gemeinsam mit dem Vater – Gott Wy, die göttliche Einheit erschaffen hat. Ebenso will er die Rechte der Frauen noch weiter beschneiden und den Einfluss derer, die an die göttliche Einheit glauben. Myn währenddessen beobachtet still die Veränderungen, die auf Singis und in ihrer eigenen Familie vorgehen.

Das ist jetzt nur ein kurzer Abriss von dem, was in dem etwas mehr als 300 Seiten starken Buch geschieht.

Der Erzählstil der Autorin ist sehr interessant, mal lässt sie die »Dame Tod« erzählen, die wir im Prolog kennenlernten, dann wieder Myn und manchmal ist es mir tatsächlich nicht ganz klar geworden, wer mir die Geschichte erzählt. Es kam aber nie dazu, dass ich den roten Faden verlor.

Die Welt, welche die Autorin sich erdacht hat, scheint nur auf den ersten Blick absolut fremdartig, ich sehe viele Parallelen zu unserem Leben. Wenn Religionsgemeinschaften zu viel Macht bekommen, schadet das meist in erster Linie den Frauen. So wie es Katharina Maier in ihrer Geschichte auch beschreibt, dann ist es nur ein kleiner Schritt von »Frauen sollen nicht allein auf die Straße gehen« zu dem, was am Ende dieser Geschichte angedeutet wird.

Neugierig geworden? Ja ich auch.

Wenn die Autorin die Städte und Landschaften beschreibt, hatte ich immer Bilder von antiken orientalischen Städte im Kopf, das mag daran liegen, dass ich kurz zuvor Bilder aus der usbekischen Stadt Samarkand gesehen hatte. Im krassen Gegensatz dazu stehen die technologischen Errungenschaften. Reisen zu anderen Planeten und Holografische Bildübertragung um nur zwei zu nennen.

Katharina Maier hat es geschafft, das ihre Protagonisten in meinem Kopf lebendig wurden, sei es nun Myn, das Mädchen konnte ich tatsächlich in mein Herz schließen oder auch Asnuor, der machtgierige Oberste Priester und seinen Gehilfen Sna, der die Bezeichnung Nchorr (kleiner Wurm) verdient wie kein zweiter.

Diese Geschichte zu lesen ist nicht ganz einfach, das allerdings liegt einzig und allein an den wirklich komplizierten Namen und Bezeichnungen. Am Ende des Buches gibt es noch ein WER ist WER, in dem die Verwandtschaftsverhältnisse und die Beziehungen der handelnden Personen erklärt werden, obwohl das für mich gar nicht so kompliziert war. Und ein WAS ist WAS, das war für mich schon hilfreicher, die Bezeichnungen sind so kompliziert, dass ich mir gar nicht alles merken konnte und gern auf dieses Verzeichnis zurückgriff.

Insgesamt ist »Die erste Tochter (Adelsspross)« von Katharina Maier eine anspruchsvolle, und lohnenswerte Lektüre, die die Lesenden in eine faszinierende Welt entführt und zum Nachdenken über gesellschaftliche Strukturen anregt. Ich bin also schon sehr gespannt darauf wie es weiter geht mit Myn darum ist es gut das auch der zweite Teil der Reihe schon bereit liegt.

Adelsspross (Die Erste Tochter)

Katharina Maier
Die erste Tochter (Adelsspross)
epubli
ISBN: 9783750202092

© Manuela HahnLesenswertes aus dem Bücherhaus, 2023

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