Dora Heldt – Wind aus West mit starken Böen

Katharina Johannsen, die in einer Rechercheagentur für einen
niederländischen Autor für sein neuestes Buch Informationen sammeln
soll, trifft bei einem Besuch auf ihrer Heimatinsel Sylt ihre große und
einzige Liebe Hannes wieder. Ihre kleine Schwester Inken trifft immer
noch und immer wieder ihren Exmann, den charismatischen Dänen Jasper.
Und die ehemalige Lehrerin der Beiden versucht sich als Liebesbotin.

Ich
kenne einige der Bücher von Dora Heldt, und dieses hat mir wieder sehr
gut gefallen. Die Autorin schlägt diesmal nicht nur witzige, sondern
auch melancholische Töne an.

Katharina steht sich mit ihrer
peniblen, wohlgeordneten und struckturierten Art selbst im Weg. Ihre
kleine Schwester ist eine Chaotin, die ihresgleichen sucht. Aber Inken
versteht es auch, mit ihrer klaren, geraden Art einen Zugang zu ihrer
Schwester zu finden und zusammen mit ihrer ehemaligen Lehrerin, die auch
eine große Liebe verloren hat, gelingt es ihr aus der schon fast
verbohrten Katharina die längst vergessenen Seiten der Leichtigkeit
herauszukitzeln.

Aber nicht nur die beiden Schwestern sind in
diesem Buch farbig und realitätsnah gezeichnet. Auch die anderen
Protagonisten, besonders Gertrud, Piet und Knut, habe ich sofort ins
Herz geschlossen. Dass mit dem niederländischen Autor etwas nicht
stimmt, merke ich als Leser sehr schnell. Da versteht es die Autorin,
mich langsam an eine beginnende Demenz heranzuführen. Aber auch das mit
einer Leichtigkeit, die das Leichte der Lektüre nicht mindert.

Witzige
Dialoge, Rückblicke in die Kinderheit und Jugend von Katharina, aber
auch ernsthafte Gespräche zwischen Katharina und ihrer Lehrerin haben
mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen. Ich hatte wieder einmal
ein paar herrlich leichte Lesestunden, diesmal gepaart mit einigem
Ernst. Gerne mehr davon.

Heldt, Dora
Wind aus West mit starken Böen

Dtv Verlag, München
ISBN 9783423424363

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© Gaby Hochrainer