Mit dem Roman »Ein Mann namens Loprete« von Mariana Travacio, der gerade bei Pendragon erschienen ist, erreichte mich ein Roman in einem ungewöhnlichen Genre-Mix, sofern man ihn überhaupt in irgendeine Schublade stecken muss.
»Ein Mann namens Loprete« – ein Rache-Roman in Western-Manier
Bereits die ersten Sätze erinnern an einen Western der alten Zeit. Etwa „Spiel mir das Lied vom Tod“ von Sergio Leone.
In einer staubigen argentinischen Einöde tritt ein Mann namens Loprete in die Bar von El Tano ein und sucht nach Pepa. Nachdem fünf Gläser Gin geleert sind, liegt dieser Fremde in einem tödlichen Zwist erstochen am Boden.
Sein plötzlicher Tod wird schnell vertuscht, doch wenig später tauchen Lopretes Brüder auf der Suche nach ihm auf. Sie entfachen erneut Gewalt und fordern ein weiteres Opfer.
Als Manoel, der Ich-Erzähler dieser Geschichte, erfährt, dass die Bluttat an seinen Eltern vor einiger Zeit von einem Loprete begangen wurde, wird auch er vom Rachedurst erfasst. Gemeinsam mit neun weiteren Männern bricht er auf, um Vergeltung zu üben.
Mariana Travacio und ihre Geschichte von Menschen
Die in Brasilien geborene und in Argentinien lebende Psychologin Mariana Travacio folgt in ihrem relativ kurzen Roman strikt der Western-Dramaturgie, um die Geschichte von Menschen zu erzählen, die am Rande der Gesellschaft leben und für die jeder Tag ein Kampf darstellt.
In diesem packenden Roman voller faszinierender Figuren spielt Rache eine zentrale Rolle. Die komplexe Handlung erstreckt sich über weite Landschaften und lässt die Leser in ein Labyrinth aus Intrigen eintauchen. Jedes Wort ist wohlüberlegt, jeder Satz prägnant formuliert, um das Wesentliche zu betonen, was schließlich zur Kürze des Romans führt. Während die Realität langsam um die Menschen herum zerfällt und der Wahnsinn Spuren hinterlässt, finden sie sich in einem Alptraum wieder, der ihnen nur kurz das Träumen erlaubt.
Die Leser verstehen die Beweggründe von Manoel und seinen Leuten und sind gespannt darauf, ob sie erfolgreich sein werden. Der Erzählung fehlt es also nicht an Spannung. Zudem sind Kämpfe und Schießereien in diesem Szenario unverzichtbar und wurden genau inszeniert und platziert.
Wer sich auf diesen Roman einlässt, und ich empfehle ihn jedem, wird von einem ruhigen und doch actionreichen Ausgang nicht enttäuscht werden.
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Mariana Travacio
Ein Mann namens Loprete
Aus dem argentinischen Spanisch von Kirsten Brandt
Pendragon Verlag, Bielefeld
ISBN: 9783865329103
Rezension von:
© Detlef Knut, Düsseldorf 2025
Was es sonst noch gibt: Bücher, die gefallen
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