Die tote Krabbenkönigin

„Die tote Krabbenkönigin“ von Lotte Minck

Die junge Middelswarfersielerin Alke Jensen wird in der Scheune von Bauer Willi Harms zur Krabbenkönigin gewählt. Diesen Titel hatten sich auch drei andere Dorfschönheiten erträumt, denen dieser Ausgang überhaupt nicht gefällt.

„Die tote Krabbenkönigin“ – Eine spannende und humorvolle Einführung

Klaas Kluskamp ist es Leid als Dorfpolizist in dem kleinen Ort an der Nordsee außer Raufereien zu schlichten und mal einen Verkehrsunfall aufzunehmen, nichts zu tun zu haben. Doch dann ist das Schicksal ihm hold und er streicht mit den Lottozahlen seiner verstorbenen Eltern einen satten Gewinn ein. Kurzerhand kündigt er seinen Job und gibt sich seinem Hobby der Malerei hin. Bei einem Malausflug ins Watt, am Tag nach dem großen Scheunenfest, findet er dort, angebunden an eine Buhne, die gerade erst gekürte Krabbenkönigin. Tot. Nun hat er das, was er immer wollte – einen Mord.

Autorin Lotte Minck begeistert mich schon seit Jahren mit ihren Krimödien um die „Telefonseelsorgerin“ Loretta Luchs oder Astrologin Stelle Albrecht. So war ich gespannt auf ihren neuen Protagonisten den Polizisten Klaas Kluskamp und das kleine Örtchen Mittelswarfersiel an der Nordsee. Und hier schon mal vorweg: Ich bin total begeistert.

Die Menschen, mit denen ich es hier zu tun bekomme, sind mir während des Lesens schon so ans Herz gewachsen. Egal ob der etwas wortkarge und brummelige (Ex-)Polizist Klaas Kluskamp, der aus dem Ruhrpott stammt und dessen Dialekt hier und da mal durchschlägt; seine Tochter Ella, die sich nach ihrem Abitur kurzerhand für unbestimmt Zeit bei ihm einquartiert; seine supernette, taffe Nachbarin Mimi Poppinga, die einen kleinen Kiosk mit super leckerem Mittagstisch betreibt oder der junge Polizist Keno Dierks, in den sich Ella verguckt hat – alle sind so liebenswert, sympathisch und menschlich, dass man sie einfach gernhaben muss. Ich liebe ihre Dialoge und ihren Umgang miteinander. Aber auch alle anderen Menschen, die ich hier kennenlerne, sind sehr gut vorstellbar mit ihren Eigenheiten gezeichnet.

Mittelswarfersiel und seine Umgebung habe ich etwas kennenlernen dürfen und ich würde dort in der Ruhe und Abgeschiedenheit sofort mal urlauben. Zwar nicht unbedingt jetzt in der kalten Jahreszeit. Aber gerne im Sommer. Da würde ich nachmittags auch mal einen langen Spaziergang machen um bei Lars in der Beachbar im Nachbarort einen leckeren Cocktail zu trinken. Und der Ausblick aufs Watt und aufs Meer – einfach traumhaft.

Bei der Geschichte selbst rückt der Mord etwas in den Hintergrund, was aber der Spannung keinen Abbruch tut. Den Spannungsbogen zieht Lotte Minck von Anbeginn an sehr hoch und schafft es, ihn auch dort bis zum Schluss zu halten. Es gibt einige Verdächtige, aber bis zur Auflösung bin ich hinter den Hergang der Tat nicht gekommen. Und der hat mich dann doch erstaunt und auch erschüttert.

Ich bin mal wieder begeistert vom Sprachwitz der Autorin, von der Konstruktion der Geschichte und der Figuren und hätte gerne bald mehr von diesem neuen Ermittlertrio.

Lotte Minck
Die tote Krabbenkönigin
Selfpublishing
ISBN 9788473206586

Rezension von
© Gaby Hochrainer, München 2022
Der Beitrag enthält Affiliate-Verknüpfungen.
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