Wiebke Lorenz – Einer wird sterben


Angst und Panik – Gäsenhaut pur.

Stella und ihr Mann Paul hatten vor 6 Jahren einen Autounfall bei dem ein Mensch ums Leben kam. Seitdem leben Beide in der Ungewissheit, ob nicht doch jemand etwas mehr über diesen Unfall weiß. Als ein Auto vor ihrer Villa auftaucht, die beiden Menschen aber nicht aussteigen, sondern nur zu beobachten scheinen, beginnt für Stella eine Zeit der Angst. Und Paul, der als Pilot dauernd unterwegs ist, ist natürlich wieder mal nicht erreichbar.

Dies ist nun schon der dritte Thriller, den ich von Wiebke Lorenz gelesen habe. Und auch diesmal bin ich wieder total begeistert.

Wiebke Lorenz versteht es, mich mit ihrer spannenden Schreibweise in die beklemmende Atmosphäre, die Stella hier erlebt, hinein zu ziehen. Kleine, scheinbar unwichtige Ereignisse reihen sich aneinander und Stella bezieht diese alle auf sich und ihre Situation mit dem nicht verarbeiteten Unfall von damals. Das heizt die Spannung immer wieder an. Durch die vielen kleinen Details, die ich hier erfahre, kann ich mich sehr gut in Stella hinein versetzen, ihre Angst und ihre Panik, die sie aufzufressen scheint, zum Teil verstehen. Sie scheint so allein und hilflos. Gänsehaut pur.
Manches verstehe ich zwar nicht sofort. Die Aufklärung lässt aber keine Fragen offen.
Vor allem eine Wendung, die den Unfall und auch Pauls Verhalten erklären, finde ich grandios ausgearbeitet. Darauf wäre ich nie gekommen.

Da sich die Geschichte fast nur um Stella und Paul dreht, bleiben die weiteren Personen größtenteils etwas blass. Was die Geschichte, da sie nur in kleinen Randgeschichten spielen, absolut nicht stört. Wobei ich sagen muss: In einer solchen Nachbarschaft würde ich mich nicht wohlfühlen.

Nichts ist wie es scheint, alles verändert sich, selten hat mich ein Buch so gefesselt und mitgenommen. Ein packender Psychothriller mit einer unerwareten Wendung. Absolut lesenswert!

Wiebke Lorenz
Einer wird sterben
S. Fischer Verlag

ISBN 9783651025417

Rezension von
© Gaby Hochrainer, München 2019
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