Im achten Fall „Der Tote mit dem Silberzeichen“ der beiden Ermittler Cormoran Strike und Robin Ellacot geht es um einen Toten, der verstümmelt in einem Tresorraum aufgefunden wird.
Die Polizei ist recht schnell der Meinung, dass es sich bei dem Toten um einen bereits verurteilten Einbrecher handelt.
„Der Tote mit dem Silberzeichen“ – Spannung mit den Ermittlern Strike und Ellacot
Doch die Auftraggeberin der beiden Detektive, Decima Mullins, glaubt nicht an die Theorie der Polizei. Sie ist felsenfest davon überzeugt, dass es sich bei dem Mordopfer um Ihren Freund handelt, der ohne ein Wort verschwand. Decima ist der Ansicht, dass ihr Freund sie niemals einfach so ohne ein Wort verlassen würde. Sie beauftragt also die beiden Ermittler, zu bestätigen, dass es sich bei dem Toten um ihren vermissten Freund handelt.
Dies ist natürlich eine etwas anders gelagerte Art der Ermittlung, als es sonst üblich ist, weil in der Regel keine Toten gesucht werden.
Strike und Robin beginnen ihre Ermittlungen und werden recht bald auf die Freimaurer aufmerksam. Erstens ist der Silberhändler, in dessen Tresor der Tote aufgefunden wurde, auf Freimaurersilber spezialisiert, zweitens weist der Tote einige Hinweise auf die Freimaurer auf und drittens ist der zuständige Ermittler zufällig Freimaurer, weshalb offensichtlich sehr schnell ein vermeintliches Opfer identifiziert wurde.
Und neben all diesen komplizierten Ermittlungen hat Strike noch seine eigenen Probleme. Robins Beziehung zu Murphy scheint enger und ernster zu werden, was ihm überhaupt nicht passt, will er ihr doch endlich seine wahren Gefühle offenbaren.
*** Sicherheitshalber spreche ich eine Spoilerwarnung aus! ***
Nun, 1248 Seiten sind leider immer noch zu schnell gelesen, wieder einmal wäre ich gerne noch viel länger bei den beiden Protagonisten und den vielen alten, bekannten Nebencharakteren geblieben.
Da sind natürlich Pat, die Büromanagerin, die ihr Herz am rechten Fleck hat und die Detektei mit einem Aquarium verschönt, Barclay, Kim und viele, viele andere, die uns immer wieder begleiten. Auch Personen, die in den vorherigen Fällen größere und kleinere Rollen innehatten, sind mit dabei.
Natürlich gibt es erneut nicht nur die Haupthandlung, die in dem Fall wieder wirklich anspruchsvoll war: Es gibt vier mögliche Opfer, jedes davon hat Familie, Freunde, Nachbarn, Kollegen etc. und natürlich werden diese alle in die Ermittlungen einbezogen. Da musste ich mich schon konzentrieren, um alle Namen richtig zuzuordnen und nicht den Überblick zu verlieren. Dann gibt es einen Nebenstrang um eine weitere, nicht ungefährliche Observation, in der es um verbotene Kämpfe geht.
Natürlich werden Strike und Robin, was ihre Gefühle zueinander angeht, auch regelmäßig Steine und Probleme in den Weg geworfen, auf die ich gar nicht alle eingehen will und werde. Das übliche Katz-und-Maus- und Hin-und-Her-Spiel eben, das wir alle kennen und ja auch irgendwie wollen. Beispielsweise nutzt die Mitarbeiterin Kim Cochran so ziemlich jede Gelegenheit, um Strike auf die Pelle zu rücken. Robin ignoriert sie dahingehend gerne völlig.
Robin und Ryan Murphy planen, zusammenzuziehen, und sehen sich einige Häuser an. Das passt Strike überhaupt nicht, Robin auch nicht wirklich, aber vor den Kopf stoßen will sie Ryan auch nicht. Denn der stand ihr bei einem dramatischen Ereignis in diesem Fall sehr fürsorglich zur Seite.
Der neue Partner von Strikes Ex ist plötzlich der Meinung, dass Strike der Vater ihres zu früh geborenen Kindes ist. Strike hatte mit ihr einen Two-Night-Stand und ist sich sicher, dass er nicht der Vater sein kann. Die Presse stürzt sich dennoch darauf, und Robin natürlich auch.
Dies ist noch lange nicht alles, was die Leser in diesem wunderbaren achten Teil erwartet, und eins kann ich mit Sicherheit sagen: Jede Seite macht einfach nur Spaß, ob man sich gerade die Haare rauft, laut aufseufzt oder sich vor die Stirn klatscht und „Ommmm“ denkt.
Aber zwei Dinge seien noch kurz erwähnt: Strike führt ein Gespräch mit Rokeby, für seine Verhältnisse ein gutes. Ich fand diese Szene wirklich gut, sie war sehr echt und hatte eine gute Stimmung. Und die Frage, die sich alle immer wieder stellen: Kriegen sie sich oder nicht? Die werde ich nicht beantworten. Und auf DIE Szene gehe ich auch gar nicht ein.
Dieser achte Teil der Reihe ist wieder einmal einfach rundum gelungen. Es werden sehr viele Fäden ausgeworfen, die Ermittlungen sind umfangreich und kompliziert. Sie führen die Leser wieder zu vielen schönen Orten des Königreichs und Londons, die ich vor meinem geistigen Auge genießen konnte (und die mich zum Googeln angeregt haben). Ich habe einiges über Logen und Freimaurer und Silber gelernt, und vor allem eines: Menschen sind wirklich komplizierte, teils dumme, böse, arrogante, neidische Wesen, aber eben oft doch sehr liebenswert.
J.K. Rowling alias Robert Galbraith hat einen sehr guten Schreibstil und eine besondere Krimireihe erschaffen.
Und falls es Fans gibt, die es nicht wussten: Die Bücher wurden verfilmt und erfreuen sich genauso großer Beliebtheit, wie die Bücher. Bis zum „Das tiefschwarze Herz“ wurden alle bereits ausgestrahlt, „Das strömende Grab“ ist schon abgedreht und geht in England bald an den Start. Wann und wo es hier so weit ist, kann man in den sozialen Medien gut verfolgen.
Robert Galbraith
Der Tote mit dem Silberzeichen
blanvalet Verlag, München
ISBN 9783764509590
© Marion Brunner – Buchwelten, 2026
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