Heike Fröhling – Der Gesang des Nordlichts


Ein ganz besonderes Weihnachtsfest.

Gerhard Schlüter hat seine drei Töchter, Claudia, Alexandra und Simone, mit Familie zu seinem 79. Geburtstag zwei Tage vor Weihnachten in sein Haus nach Smaland in Schweden eingeladen. Hier haben sie gemeinsam viele Sommer- und Winterferien verbracht. Und es gibt ein Geheimnis, dass er unbedingt lüften will. Doch wie schon früher gibt es immer wieder Streit, Missverständnisse, Meinungsverschiedenheiten und Ärger. Auch das vorgeschlagene Weihnachtswichteln, das Gerhard vorschlägt, trifft nicht bei allen auf Zustimmung. Dann beginnt Gerhard aus seiner Vergangenheit ab 1945 zu erzählen und allen wird bewussst, wie wenig sie eigentlich übereinander wissen.

Mit diesem Buch hat Heike Fröhling einen sehr emotionalen, aber auch unterhaltsamen Roman geschrieben. Er liest sich leicht und locker, aber gerade die melancholischen Momente haben mich immer etwas innehalten und nachdenken lassen.

Ich genieße es mit den Kindern auf dem zugefrorenen See direkt vor der Haustüre Schlittschuh zu laufen, gehe mit Holger joggen und genieße die Naturbeschreibungen von Gerhard aus den Nachkriegsjahren.

Ich lerne die einzelnen Familienmitglieder mehr oder weniger gut kennen. Die Charaktäre sind gut ausgearbeitet, zeigen ihre wunden Punkte genau so wie ihre Stärken, sind gut vorstellbar und wirken lebensecht. Auffallend finde ich, wie wenig die einzelnen Personen miteinander reden. Bis auf die Kinder, die ihren Gedanken freien Lauf lassen, reden sie eher über- als miteinander, was immer wieder auch zur Verwicklungen führt.

Die Geschichte führt mich durch die Rückblenden von Gerhard auch immer wieder zurück zu seiner ersten Zeit in Schweden. Hier wird er von einer Familie aufgenommen und verliebt sich in die älteste Tochter Sessa. Ich bin berührt von den Erzählungen und den Gedanken an seine Vergangenheit, die Gerhard an seine Kinder und seine Enkel nun weitergibt. Gerade Niklas hängt an den Lippen seines Opas. Und ich meine zu erahnen, wie gut es ihm tut, sich das alles von der Seele reden zu können. Ausserdem erfahren Gerhards Töchter nun auch, wie die Familie zu diesem Haus gekommen ist. Diese Rückblicke sind so interessant und spannend, dass ich einfach immer weiterlesen musste. Und sie passen sich sehr gut in die vorweihnachtlichen Vorbereitungen ein.

Auch diesmal hat mich Heike Fröhling mit ihrem emotionsgeladenen, einfühlsamen, berührenden und spannenden Familienroman sehr gut unterhalten.

Dafür bekommt der Roman von mir die volle Punktzahl: 5 Sterne.

Heike Fröhling
Der Gesang des Nordlichts
Tine & Feder, München

ISBN 9782919803446

Der Beitrag enthält Affiliate-Verknüpfungen.
© Gaby Hochrainer, München 2019