»Painting the Moon« von Traci Borum ist ein Roman zwischen Liebesgeschichte, Familiengeheimnis und die Welt der Kunst, den ich im original gelesen habe. Es spielt in einem Örtchen Chilton Crosse, einem fiktiven englisches Dorf in den Cotswolds, welches auch der Romanreihe ihren Namen gibt. (Da der Ort nahe Bath liegt, ist das Artikelbild mit dem Foto eines Parks gegenüber des Jane-Austen-Hauses und gegenüber des Mary-Shelley-Frankenstein-Hauses gestaltet.)
Familiengeheimnisse in »Painting the Moon«
Noelle Cooke erhält in ihrer kalifornischen Heimat San Diego ein Brief: Die zurückgezogen lebende Joy ist gestorben und hat Noelle als Alleinerbin eines Cottages in den Cotswolds und einer maroden Kunstgalerie eingesetzt. Noelle ist sehr erstaunt, warum ihr dies widerfahren ist. Sie will deshalb nur ein paar Tage bleiben, um den Nachlass zu regeln, und dann nach Kalifornien zurückkehren. Aber damit werden auch längst vergessene Erinnerungen wieder aktiv.
In ihrer Kindheit und Jugend verbrachte Noelle Cooke magische Sommer in England, wo sie Zeit bei ihrer Großmutter, ihrer bekannten Großtante, der Künstlerin Joy Valentine, sowie mit ihren besten Freunden Jillian und Adam verbrachte. Heute, in ihren Dreißigern, lebt sie in San Diego, hat einen unbefriedigenden Job und befindet sich in mehreren aussichtslosen Beziehungen.
Ihre Vorhaben nehmen eine unerwartete Wendung, als sie ein abgeriegeltes Zimmer mit Kunstwerken im Wert von mehreren Millionen findet. Zudem entwickelt sich eine erneuerte Freundschaft zu Jillian und eine aufkeimende romantische Beziehung zu Adam, der mittlerweile ein erfolgreicher Architekt ist, jedoch bereits verlobt ist.
Womit in »Painting the Moon« gerechnet werden kann
Die Geschichte entfaltet sich auf zwei Strängen. Einerseits liegt der Schwerpunkt auf der Beziehung zwischen Noelle und Adam, die die fast romantische Verbindung ihrer Jugend wieder aufleben lässt. Andererseits dreht sich alles um das Aufdecken von Joys Lebensgeschichte: Noelle findet das Tagebuch ihrer Tante und entdeckt die Geheimnisse, die hinter ihren Kunstwerken verborgen sind.
Die Familiengeschichte, die die Hauptfigur entdeckt, ist für mich der eindeutig fesselnde Aspekt. Die Beziehung zu ihrem Ex-Freund hingegen erscheint eher uninspiriert, auch wenn man am Ende neugierig auf den Ausgang bleibt. Insgesamt habe ich in diesem Handlungsstrang das Potenzial für Konflikte vonseiten der Autorin vermisst. Es fehlt einfach an kribbelnder Spannung in diesem Teil.
Das Familiengeheimnis wird damit verstärkt. Mit dem Entdecken der bislang geheim gehaltenen Gemälde stellt sich erneut die Frage, ob die Hauptfigur tatsächlich nach Kalifornien zurückkehrt und wie sie das Erbe ihrer Großtante übernehmen wird. Die Wendungen und Neuigkeiten in diesem Handlungsstrang machen den Roman besonders fesselnd.
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Traci Borum
Painting the Moon
Joffe Books, Red Adept Publishing
ISBN 9781940215327
Rezension von:
© Detlef Knut, Düsseldorf 2026
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