Die Praktikantin

»Die Praktikantin« von Horst Eckert

Mit dem Roman »Die Praktikantin« hat der für seine Polit-Thriller bekannte Düsseldorfer Autor Horst Eckert nach »Die Nacht der Verräter« erneut ein hochbrisanten aktuellen Thriller vorgelegt.

»Die Praktikantin« – Die Ukraine als Testgelände

Die angehende Journalistin Carla Bergmann hat einen Praktikumsplatz bei der Morgenpost in Düsseldorf ergattert. Am ersten Tag in der Lokalredaktion wird sie mit den Polizeiberichten betraut. Obwohl das nicht ihrem idealen Bild von Journalismus entspricht, ist es am ersten Tag auch nicht zu erwarten, dass sie viel anderes leisten kann.

Carla erfährt etwas über einen Einbruch und möchte doch diesen Fall nachgehen. Jedoch muss sie schnell erfahren, dass dieser Einbruch wohl gar nicht stattgefunden haben sollte. Die ursprünglich festgenommenen Einbrecher sind bereits wieder auf freiem Fuß, nachdem der Staatsschutz, ein Dezernat der Düsseldorfer Polizei, die ganze Sache als Irrtum eingestuft hat. 

Aber Carla erfährt, dass in den Räumen des Einbruchs, russische Journalisten, die im Exil leben und von Putins Schergen verfolgt werden, eine Zeitung betreiben. Auch sie können sich nicht erklären, warum der Einbruch nicht stattgefunden haben sollte, aber ein Polizeisiegel an ihrer Tür klebte. Den Russinnen wurde mitgeteilt, dass sie das Siegel einfach abnehmen dürften. 

Unter den russischen JournalistInnen befindet sich auch ein ukrainischer Kollege, der in der letzten Zeit etwas chaotisch wirkte. Carla bekommt eine Verbindung zu ihm und er möchte ihr auch etwas übergeben. Sie vereinbaren ein Treffen …

Meinungsfreiheit, Journalismus und KI

Ich bezeichne Horst Eckert auch gerne als den deutschen „Michael Connelly“, mit dem Unterschied, dass sich Horst Eckert seiner politischen Themen treu bleibt. Eckert hat es geschafft, ein Universum aufzubauen, in welches man als Leser gerne wieder zurückkehrt. In seinen Romanen tauchen immer wieder Figuren aus den vorhergehenden Romanen auf, ohne dass sie die tragenden Hauptpersonen in dem aktuellen Roman sind. 

So muss es keinen wundern, dass in diesem Roman wieder Vincent Ché Vei genauso wie dessen ehemalige Partnerin Melia Adan, die mittlerweile die Chefin der Kriminalpolizei in Düsseldorf ist, auftreten. Das Vorkommen von Figuren aus älteren Romanen schafft für die Leser eine Atmosphäre ähnlich der Rückkehr in eine bekannte Familie. Ich finde dieses Vorgehen legitzim und persönlich ganz klasse.

Aktuelle politische Themen zu finden, wie Sie Horst Eckert in seinem Roman verwendet, ist bei der heutigen gesellschaftlichen Lage weltweit sicherlich kein schwieriges Unterfangen. Aber wie diese Themen durch den Autor in einer fiktiven Geschichte miteinander verknüpft werden, das hat schon etwas ganz besonderes. Und man könnte beinahe Angst bekommen, wenn solch ein Szenario tatsächlich geschehen wäre oder geschehen wird.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Horst Eckert verfolgt weiterhin seinen strukturellen Stil, um das Erzähltempo zu steigern. Die Kapitel sind extrem kurz und jedes spielt in einer anderen Szene, die zu einem parallelen Handlungsstrang gehört. Zudem sind die Sätze prägnant, ohne lange Ausschweifungen in die Beschreibung der Umgebung. Solche Ausschweifungen erfolgen nur dann, wenn sie erklärend und sinnvoll sind. Viele der Kapitel enden mit einem Cliffhanger, was dazu führt, dass man beim Lesen förmlich durch die Seiten fliegt. Nach den ersten Kapiteln erhält man einen klaren und einfachen Überblick über die Ausgangslage und wird mit den kommenden Herausforderungen vertraut, denen sich die angehende Journalistin mit ihrem verborgenen Geheimnis stellen muss.

»Die Praktikantin« entführt uns in das spannende Eckert-Universum, wo alte Bekannte und neue Gesichter aufeinandertreffen. Die Handlung dreht sich um ein hochaktuelles Thema: Künstliche Intelligenz und der Krieg in der Ukraine. Investigative Journalisten nehmen uns mit auf ihre aufregende Ermittlungsreise, die in kurzen, prägnanten Sätzen erzählt wird. Die Kapitel sind so kurz, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann – jeder Szenenwechsel bringt frischen Wind und hält die Spannung hoch.

Besonders bewegend ist das nachfolgende Nachwort, das emotional aufwühlend die Themen des Buches reflektiert. Die Geschichte wird zwar zufriedenstellend beendet, aber sie lässt trotzdem Raum für eine mögliche Fortsetzung. Ideal für Leser, die Thrill und Aktualität schätzen. »Die Praktikantin« ist ein fesselndes Lesevergnügen, das zum Nachdenken anregt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

»Die Praktikantin« von Horst Eckert ist erneut uneingeschränkt zu empfehlen!!!

Horst Eckert
Die Praktikantin
Heyne Verlag, München
ISBN 9783453443259

Rezension von:
© Detlef Knut, Düsseldorf 2026
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