»Weihnachten in Paris« von Georges Simenon

Weihnachten in Paris

Dieses bei Kampa in Zürich erschienene Büchlein »Weihnachten in Paris« von Georges Simenon war mir eine besondere Freude über die Feiertage zum Jahreswechsel. Es enthält zwei Geschichten, die im weihnachtlichen Paris spielen. Die Geschichten waren vor vielen Jahrzehnten in Zeitschriften veröffentlicht worden.

Der unvergessene Georges Simenon

Wer allerdings jetzt denkt, es müsse sich um Geschichten mit Kommissar Maigret handeln, der irrt. In der ersten Geschichte wird ein ungewöhnlicher Mord aufgeklärt. Ein Kommissar, der Maigret vielleicht nicht unähnlich ist mit Mantel, Hut und Pfeife, so wie die Leute von der Pariser Einsatzzentrale sind die agierenden Figuren. Die Einsatzzentrale ist der Mittelpunkt in dieser Geschichte, denn aus verschiedenen Stadtteilen ertönen die Alarme von den Notrufsäulen.

In der zweiten Geschichte beobchtet Georges Simenon zwei Frauen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Sie sind beide einsam in der großen Stadt, in der an den Weihnachtstagen eine ungewöhnlich hohe Selbstmordrate existiert.

der Stil von Georges Simenon

Ruhig und gelassen werden die Geschichten dargeboten, der Stil von Simenon. Dabei ist mir eine Sache besonders aufgefallen: Kaum etwas weist darauf hin, dass sie vor mehr als 50 Jahren spielen. Selbst das Stöpseln der Telefonleitungen nimmt man gar nicht als etwas Altes wahr. Auch heute gibt es so viel technischen Schnickschnack, dass man es einfach so hinnehmen kann. Es fahren Autos, aber keine Modelle, die auf den Zeitraum schließen lassen. Und dass man durch Paris auch gut zu Fuß laufen kann, dürfte allgemein bekannt sein. Warum also nicht zum Tatort spazieren?

Das Buch ist schnell gelesen und bereitet angenehme Kurzweiligkeit. Es ist wunderschön zu verschenken und lässt sich jedes Jahr zu Weihnachten erneut lesen.

Georges Simenon
Weihnachten in Paris
Aus dem Französischen von Elisabeth Edl, Wolfgang Matz und Julia Becker
Kampa, Zürich
ISBN 9783311134305

© Detlef Knut, Düsseldorf 2021
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