„Todeswall“ von Katharina Peters

Todeswall

Privatermittlerin Emma Klar hat in „Todeswall“ vom Tod der 18-jährigen Anna Bohn gehört. Sie soll vom Balkon ihres Elternhauses gestürzt sein. Klar muss sofort an einen Fall von vor 6 Jahren denken. Damals war sie als junge Assistentin bei den Ermittlungen in der Nähe von Dresden um die Vergewaltigung und den Mord von Karin Bohn dabei. Ihr Mörder wurde nie gefunden und die Akten musste unerledigt geschlossen werden. Und nun soll Anna, vollgepumpt mit Drogen, vom Balkon gefallen sein? Da auch die Polizei ihre Zweifel hat, bekommt Emma als private Ermittlerin den Auftrag dem Fall nachzugehen. Doch die Spurensuche ist nicht so einfach. In einer Sache sind sich alle einig: Anna Bohn, die artige strebsame, zuverlässige, zielstrebige 1er Schülerin hat niemals Drogen geschluckt.

Ein absolut starker Fall

Aber Emma, die sich Hilfe von ihrem Lebensgefährten Christoph und dessen Freund Jörg Padorn holt, lässt nicht locker, greift auch den alten Fall wieder auf – und ganz langsam lichten sich die Nebel.

Es dauerte bei „Todeswall“ nicht lange und ich wusste, wer der Täter ist. Was mich ein bisserl irritiert hat. Aber es geht auch nicht darum den Täter zu identifizieren. Nein, es geht darum, ihn zu finden und ihn zu stellen. Und der Weg bis dahin war kein leichter.

Der Schreib- und Erzählstil von Katharina Peters ist wie gewohnt, leicht und flüssig. Die Spannung baut sich langsam aber stetig auf. Ich finde es so interessant und spannend dabei zuzuhören, wie Emma mit Christoph oder auch mit Johanna, ihrer Ex-Chefin vom BKA, die verschiedenen Thesen und Möglichkeiten erörtert. Dieser Fall zeigt sehr deutlich, dass es auf die kleinste Kleinigkeit ankommt. Auf Befragungen, immer wieder die gleichen Fragen; vor allem auf Ausdauer und Dranbleiben; das Team muss Rückschläge verdauen, in der Vergangenheit wühlen und vor allem kommt es auf gute Ermittler an, so wie Emma Klar und ihre beiden Männer. Obwohl auch ihr am Anfang nicht klar war, auf was sie da gestoßen ist.

Es sind ja nun zwei Fälle, die Emma bearbeitet. Wobei sich sehr schnell heraus stellt, dass sie miteinander gekoppelt sind. Einige überraschende Wendungen und nicht vorauszusehende Entwicklungen machen die Geschichte so extrem spannend. Das sehr empathische Ende hat mir hier ganz besonders gut gefallen.

Ich war auch diesmal wieder sehr gerne mit Emma Klar in Wismar, Schwerin und Umgebung unterwegs.

Ein interessanter super spannender Krimi, der ohne großes Blutvergießen auskommt, sondern durch seine psychologischen Elemente punktet.

Von mir bekommt der 5. Fall für die Privatermittlerin Emma Klar die volle Punktzahl von 5 Sternen.

Katharina Peters
Todeswall
Aufbau, Berlin
ISBN 9783746636382

© Gaby Hochrainer, München 2021
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