„Pandatage“ von James Gould-Bourn

Pandatage

Danny Malooley, 28, lerne ich mit 4 Jahren kennen, als er entdeckt, dass man Seife mit Zitrusduft nicht essen kann. Mit 12 fällt er beim Versuch eine Katze zu retten vom Ahornbaum. Mit 18 wird er Vater des kleinen Will. Und mit 27 verliert er seine Frau Liz bei einem Autounfall. Will, der mit im Auto saß, spricht seit diesem Tag nicht mehr. Man meint vielleicht, es kann nicht schlimmer kommen. Doch, es kann. Am Tag, als sein Vermieter Reg seine Mietschulden einfordert, verliert er auf dem Bau auch noch seine Stelle als Aushilfsarbeiter. Als ungelernter Hilfsarbeiter bekommt er keinen neuen Job. Als er an einem Kostümverleih vorbei kommt, wächst in ihm eine ganz ungeheuerliche Idee…

Wenn eine Tür sich schließt, geht eine andere auf

Ich mag Danny Malooley, der einen so hoffnungslosen und hilfsbedürftigen Eindruck macht, ab der ersten Seite. Es liest sich so berührend, wenn er aufschreibt, was er alles NICHT kann – und die Liste ist lang. Aber er gibt nicht auf. Zur Arbeitslosigkeit kommen nun auch noch seine Mietschulden. Wenn er die nicht bezahlt, macht vielleicht der Handlanger seines Vermieters seine Ankündigung ihm die Knochen zu brechen war. Aber immer wieder hat Danny auch Menschen an seiner Seite, die zu ihm stehen, die ihm wieder auf die Beine helfen. Zum Beispiel die Tänzerin Krystal, die ihm das Tanzen beibringen will. Oder Ivan, dem er einmal das Leben gerettet hat.

Und da ist ja auch noch Will, sein 11-jähriger Sohn, der seit dem Unfall nicht mehr spricht und in der Schule gemobbt wird. Für ihn war seine Mama Alles.

„Danny füllt die Lücke mit Arbeit, Will mit Schweigen.“

Außer mit Danny und Will wartet dieser Roman mit einer ganzen Reihe von Nebendarstellern auf, die mir trotz der Traurigkeit, die sich durch das ganze Buch zieht, immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ich liebe es im Park zu sitzen und all die Künstler zu beobachten, die Danny hier kennenlernt. Und Will lernt hier den Panda kennen. Aber auch ein Lehrer von Will, der es mit einer Leichtigkeit schafft, sich das Vertrauen und den Respekt der Schüler zu sichern und der immer die richtigen Worte findet, gefällt mir richtig gut.

Eine wunderschöne Geschichte mit tragischen und Mut machenden Menschen, über Freundschaft und Zusammenhalt, über Mobbing und den Mut etwas nicht Alltägliches zu wagen. Eine Vater-Sohn-Geschichte, deren Ausgang vorhersehbar ist, was mich allerdings überhaupt nicht gestört hat. Auf dem Weg dorthin hatte ich traurige und vergnügliche Lesestunden, die ich sehr genossen habe.

James Gould-Bourn
Pandatage
Aus dem Englischen von Stephan Kleiner
Kiepenheuer&Witsch, Köln
ISBN 9783462053647

© Gaby Hochrainer, München 2020
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