»Totenrache« von Amanda Stevens

Liebhaber von Stephen King werden sich bestimmt auch mit den Romanen von Amanda Stevens anfreunden können. Paranormale Ereignisse, wie sie aus Serien wie „X-Akten” oder „Supernatural” bekannt sind, bilden das Fundament ihrer Roman. So auch der hier vorgestellte.

Die Friedhofsrestauratorin Amelia Gray lebt in Charleston und besitzt eine besondere Gabe: Sie kann Geister sehen. An ihrer Seite ist Detective John Devlin. (Warum denke ich bei Devlin sofort an Devil?) Im Haus findet Amelia ein Stereoskop, durch welches Stereofotos in 3D betrachtet werden können. Es ist ein uraltes Teil. Sie kann sich nicht erklären, wie dieses Gerät in ihr Haus gekommen ist, macht sich auf den Weg in einen Kuriositätenladen, um mehr darüber zu erfahren. In dem Laden ist sie offenbar bei dem Chef an der richtigen Stelle. Ihre Recherchen führen Sie auf einen verlassenen Friedhof, sie erfährt von Rose Gray, die schon viele Jahre tot ist. Amelia glaubt nicht, dass sie etwas mit Rose zu tun hat. Nachnamen sind durchaus mehrfach vertreten, ohne verwandtschaftlich verbunden sein zu müssen. Wenn da nicht der Umstand wäre, dass Amelia mit ihrem zweiten Vornamen auch Rose heißt. Außerdem ist sie der Rose von damals wie aus dem Gesicht geschnitten. Wie eine Zwillingsschwester sieht sie nach Meinung der Bekannten aus.

Weiterlesen

»Das Haus in der Rothschildallee« von Stefanie Zweig

Dieser Roman von der Altmeisterin ist eine Familiensaga, deren Handlung zur Zeit des Ersten Weltkrieges spielt. Präzise, teilweise minutiös wird der Aufstieg und Fall einer jüdischen Unternehmerfamilie gezeigt.
Der Tuchhändler Johann Isidor Sternberg zeigt, dass er ein gutes Händchen für das Geschäft hat. Er ist erfolgreich. Streng in der Welt und dem Glauben der damaligen Zeit verhaftet, bemüht er sich um Anerkennung in der Gesellschaft und mit den Statussymbolen Ehefrau, Familie, Haus und Unternehmen ein hohes Ansehen zu präsentieren. Obwohl jüdisch, so fühlt sich es als Deutscher, der der Krone, dem Kaiser, ohne Wenn und Aber Gehorsam schwört.

Weiterlesen

»Mondblond« von Lars Winter

Eher zufällig bekam ich diesen Kriminalroman in die Hand. Es handelt sich um den ersten Fall eines eigenartigen Ermittlerteams. Zunächst ist da Ulf Norden, seines Zeichens Künstler und Dozent beim LKA Niedersachsen. Zu seinem Partner entwickelt sich Pfarrer Klinger, Kunstliebhaber und durch Erbschaft Millionär, der gerne sein Maserati ausfährt. Norden wurde in seine Heimatstadt Emden gerufen, zum Begräbnis seines Vaters, zu dem er seit vielen Jahren ein gestörtes Verhältnis pflegte. Eigentlich wollte er sich schon lange mit dem Vater versöhnen, doch der hat sich durch den Tod nun der Versöhnung entzogen. Aber Pfarrer Klinger, der sich als Freund des Vaters bezeichnet, hat einen Brief vom Vater an seinen Sohn. Während des Begräbnisses fällt Norden eine junge, elegante Dame auf, die offenbar niemand aus der Trauergemeinschaft kennt. Kann der Brief seines Vaters das Geheimnis um diese fremde Frau lüften?
Weiterlesen

»Hohes Tier« von Nadja Quint

Bei dem auf Rügen spielenden Kriminalromanen geht es um Tierliebe und Tierleid, wobei Leichen in vielfältiger Form eine Rolle spielen.

Seit einem Jahr erhöht sich die Anzahl an Katzen auf dem Anwesen von Segert drastisch. Kein Mensch im Dorf weiß, warum es bei dem Kochbuch schreibenden Ex-Landwirtschaftsminister zu dieser extremen Katzenliebe gekommen ist. Sein Nachbar ist jedenfalls empört. Der betreibt eine Pension und hat sich stets Gäste aus dem ganzen Deutschland. Doch nicht nur die beschweren sich über den bestialischen Gestank, den die unzähligen Katzen auf dem Nachbargrundstück machen. Pensionsinhaber Rabe macht Anzeige bei der Polizei wegen Tierquälerei. Die reist zu einer Razzia mit einigen Kollegen aus dem Tierheim und von einer Tierschutzorganisation an. Doch bei der Jagd nach den Katzen stoßen sie auf eine weibliche Leiche im Garten Segerts. Sie ist dort unter einer Plane versteckt. Segert wird in Untersuchungshaft genommen.

Weiterlesen

Armando Lucas Correa: Das Erbe der Rosenthals

Es ist der Debütroman eines mehrfach für seinen Journalismus ausgezeichneten Autoren. Und ebenso meisterlich präsentiert er seinen Roman, mit dem er ein ganz persönliches Herzensthema verarbeitet hat. Doch worum geht es?

Die elfjährige Anna ist ohne Vater aufgewachsen. Er kam bei einem Unfall ums Leben als ihre Mutter mit ihr noch schwanger war. Ein Brief von der Familie ihres Vaters, die auf Kuba lebt, und enthält Hinweise und Fotos der Familie ihres Vaters. In Anna wird das Interesse für die Familie des unbekannten Vaters geweckt. Doch erst als sie sich mit ihrer Mutter von New York auf eine für sie abenteuerliche Reise nach Kuba begibt, bekommt sie die Gelegenheit, in direkten Gesprächen mit der Großtante, die ihren Vater aufgezogen hat, und von der sie ihr Aussehen geerbt hat, ihren Vater und dessen Familie kennenzulernen. Parallel zu den Recherchen von Anna in der Gegenwart wird die Flucht von Hannah und ihren Eltern aus dem Deutschland von 1939 geschildert.

Weiterlesen

»Duft nach Weiß« von Stefanie Gregg

Das Thema Osteuropa in Form von Bulgarien sollte die Leser nicht abschrecken, nach diese Lektüre zugreifen. Denn es verbirgt sich ein romantischer, spannender und Freiheit betonender Roman hinter dem Titel.

Im Mittelpunkt steht Anelija und ihre Familie. Zu Beginn begegnet ihr der Leser auf der Ladefläche eines Kühllasters, wo ihr just in dem Moment eine Kiste mit Pflaumen auf den Kopf fällt. Anelija flieht aus ihrem Heimatland Bulgarien und ist auf dem Weg nach Deutschland. Im Laufe der Geschichte erfährt der Leser, wie und warum es zu dieser Flucht gekommen ist.

Weiterlesen

»Der Thron der Wölfe« von Kiera Brennan

Der zweite Band der großen Irland-Saga von Kiera Brennan (Der erste Band „Die Herren der grünen Insel” gelangte Anfang 2016 in den Handel.) ist erschienen. Ähnlich umfangreich und mit vielen historischen Details bestückt. Thema des Romans sind die Machtkämpfe in und um Irland im 12. Jahrhundert.

Begonnen wird mit einer Szene, bei der der kleine John „Ohneland”, vierter Sohn des englischen Königs Henry, einer Folterung beiwohnen muss, um kennenzulernen, was Härte ist. Erst später erfährt er, dass der Gefolterte, Amaury de Saint-Turin, gar keinen Schmerz spürt und ihm diesen der Wirkung wegen nur vorgespielt hat.

Weiterlesen

»Die Widerspenstige« von Iny Lorentz

http://amzn.to/2hpDfbIDie Zwillinge Johanna und Karl von Allersheim, deren Mutter aus Polen stammte, verlieren nun auch ihren Vater. Ihre Stiefmutter ist ihnen nicht wohlgesonnen. Sie beeinflusst nicht nur deren großen Halbbruder Matthias, sondern lässt auch das Testament des Vaters fälschen, um an die Macht und den Besitz des Grafen zu kommen. Die Zwillinge sehen die Flucht als ihren einzigen Ausweg. Sie machen sich mit einem ihrer Knechte auf den Weg nach Polen. Johanna verkleidet sich dabei als Mann. So machen sie sich auf die Suche nach ihren polnischen Verwandten. Da sie noch jung sind, werden sie unter die Vormundschaft von Osmanski gestellt, dem Anführer einer polnischen Kampfestruppe, die an der Grenze das Land gegen die Tataren verteidigt. Von da an beginnen die gefährlichen Abenteuer von „Jan” und Karol, die bei der Ausbildung zum Kampf beginnt, über die Kämpfe mit den Tataren bis zur Schlacht des polnischen Heeres gegen die Türken geht.
Weiterlesen

»Wahn« von Oliver Buslau

http://amzn.to/2xrq50s
Im zehnten Roman um Privatdetektiv Remigius Rott geht es ins mordende und kriminelle Bergische Land. Zentraler Schauplatz ist die Wahner Heide im Südosten Kölns. Detektivtypisch ist Remi, wie Rott von seinen Freunden genannt wird, wieder mal total abgebrannt und benötigt unbedingt einen neuen Auftrag, um seine Miete bezahlen zu können. Da kommt ihm ein Auftrag zum Beschatten einer untreuen Ehefrau gerade recht. Doch seine Ergebnisse dem knauserigen Ehemann zu präsentieren, bereitet ihm Probleme: Die Frau geht gar nicht fremd. Sie trifft sich zwar mit Männern, doch die sind schwul und wollen nichts von Frauen wissen.
Weiterlesen

»Die dunklen Wasser von Exeter« von Paul Marten

Paul Marten reiht sich in eine Reihe mit Ian Ranking, Simon Beckett, Minette Wolters. Sein Protagonist DCI Craig McPherson und dessen Sidekick DS Tyler Leighton entbehren nicht einer gewissen Ähnlichkeit solcher Pärchen wie Barnaby und Jones, Lewis und Hathaway und anderen Ermittlerduos auf den britischen Inseln. Aber dennoch sind sie auf sehr eigene Art gestrickt und interessante Figuren, die immer wieder für eine Überraschung gut sind.

Nun zum Inhalt: McPherson, schottischer Polizist, der nach einem Vorfall in den Süden Englands nach Devon strafversetzt wurde, findet in der Exe die Leiche eines landesweit prominenten Bauunternehmers. Zwar wird der Tod als Unfall eingestuft, aber das Bauchgefühl rumort im DCI. Es gibt Ungereimtheiten. So ermittelt McPherson ohne und mit dem Segen seiner Vorgesetzten. Doch als die Spuren in die Politik weisen und der so saubere Bauunternehmer nicht mehr in strahlendem Glanz erscheint, werden ihm sehr große Steine in den Weg gelegt, sogar der Fall entzogen. Aber er wäre nicht Schotte, wenn sein Dickschädel aufgeben würde. Zusammen mit Leighton macht er weiter.

Weiterlesen

»Wo drei Flüsse sich kreuzen« von Hannah Kent

Irland zu Beginn des 19 Jahrhunderts. Bei den Bewohnern im Tal herrscht noch die große Macht der Mythen und des Aberglaubens.

Nóra hat einen weiteren schweren Verlust zu verkraften. Einige Männer des Dorfes bringen ihren Ehemann tot zur Kate. Er war noch so kräftig und ganz normal am Morgen zur Arbeit gegangen. Doch er sei auf der Straße einfach umgefallen. Schon vor zwei Jahren hatte sie den Tod ihrer Tochter verarbeiten müssen. Das geschah sehr mühselig, denn schließlich hatte sie sich um ihren Enkel kümmern müssen, den ihr Schwiegersohn bei ihr abgeladen hatte.

Weiterlesen