“Infektion” von Philip Hawley

Los Angeles in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Der schwer kranke Junge Joshue wurde mit seiner Mutter aus Guatemala nach L.A. gebracht, um ihn hier zu behandeln. Für die Ärzte Megan Callahan und Luke McKenna ist das eine schwierige Aufgabe. Vor allem deshalb, weil sie nicht wirklich Ursache dieser Krankheit ergründen können, woran der Junge leidet. Die Krankheit ist und bleibt rätselhaft. Während Luke in der Klinik durch den Vater einer anderen kleinen Patientin abgelenkt wird, stirbt der Junge. Anschließend wird ihm die Leiche durch eigenartige Methoden seines Klinikchefs entzogen. Auch auf die Gewebeproben, die sein Freund entnommen hatte, musste er wegen undurchsichtiger Verhaltensweisen verzichten. Steckt eventuell ein großer Pharmakonzern dahinter?

Der Autor Hawley ist selbst Kinderarzt in L.A. und hat auch in Guatemala praktiziert. Seine Erfahrungen bringt er in diesem Debütroman ein. Aber anstelle einen Bericht zu verfassen, hat er einen sauberen Thriller geliefert, der reichlich mit actionreichen Szenen gespickt ist.

Der Ex-Navy-SEAL McKenna hat eine Vergangenheit und versteht sich deshalb bestens mit einigen Kampftechniken aus. Wenn er in brenzlige Situationen gerät, weiß er sich daraus zu verhelfen. Seine Liebesgeschichten hingegen werden nur angerissen und gehen nicht in die Tiefe. Dafür aber bekommt ein weiterer guatemaltekischer Junge einen besonderen Platz, der für Humor sorgt und zum Partner des Protagonisten wird.

Erneut ist dies eine actionreicher Roman, bei dem die Ermittlungen scheinbar nebenbei erfolgen und ganz ohne Polizei auskommen. Bis auf einen Detective sieht die nämlich alt aus. Es macht Spaß, ihn zu lesen!

Philip Hawley
Infektion

Aus dem Amerikanischen von Rainer Schmidt
S. Fischer Verlag, Frankfurt
ISBN 9783596177127

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© Detlef Knut, Düsseldorf 2017